Cordyceps sinensis (Ophiocordyceps sinensis)

Der tibetische Raupenkeulenpilz

 

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Systematische Einordnung,
Merkmale, Der Wirt – Wurzelbohrer,
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Geografische Verbreitung,
Lebensraum,
Anwendungsgebiete,
Bedrohung,
Quellen- & Link- Verzeichnis

Namensübersicht:

Sein Name kommt daher, dass der Pilz immer samt 5-10cm langer Raupe ausgegraben wird.

 

Deutsch: tibetischer oder chinesischer Raupenkeulenpilz

Tibetisch: Yartsa Gunbu (Jartsa Gunbu – Sommergras-Winterwurm) (Bu - Wurm - Kurzbezeichnung)

Nepal: Yarchagumba oder auch Yarshagumba

Bhutan: Yartsa Goenbub

Chinesisch: Dong Chon Xia Cao (Winterwurm–Sommergras) (Dongchong Xiacao) (Chongcao – Kurzbezeichnung)



Ein Hinweis zu Ihrer Gesundheit:

Beachten Sie bitte, dass Nahrungsergänzungsmittel, wie z. B. Vitalpilzextrakte aus dem Cordyceps sinensis, nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung dienen

Ein rechtlicher Hinweis:

Auf dieser Webseite haben wir gut recherchiertes Wissen aus akademisch berufenem Munde in Form von Zitaten und aus eigenen persönlichen Erfahrungen zusammengetragen! Cordyceps sinensis Vitalpilze, ob als Cordyceps sinensis Vitalpilzpulver oder Cordyceps sinensis Vitalpilzextrakte, zählen in der Bundesrepublik Deutschland zu den Lebensmitteln. Wirkungsaussagen zu Nahrungsergänzungsmitteln sind in der Bundesrepublik Deutschland nicht zulässig. Alle auf dieser Webseite gemachten Aussagen dienen der allgemeinen Informationsbereitstellung und der Vermittlung von kulturellen Unterschieden und Wertvorstellungen.

Die auf dieser Webseite bereitgestellten Informationen und Produkte sind auf Ihre Rechtmäßigkeit geprüft. Alle Produkte sind beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angemeldet.

Produktsicherheit:

Unsere Produkte werden nach DIN EN ISO 9001:2008 hergestellt. Alle Rohstoffe unterliegen strengen Wareneingangskontrollen und werden nur mit Analysezertifikaten verarbeitet. Dazu gehören auch Schwermettallnachweise, mikrobiologische Untersuchungen sowie Untersuchungen auf Pflanzenschutzmittelrückstände und Nachweise über nicht genmanipulierte Rohstoffe sowie Laktose- und Glutenfreiheit.

Geschichte:

Der tibetische Raupenpilz bzw. Raupenkeulenpilz „Cordyceps sinensis“ zählt zu den seltensten und kostbarsten Pilzen in Tibet und China und spielt dort eine ganz wesentliche Rolle für die Gesunderhaltung des menschlichen Organismus.

Seinen Ursprung, sowohl kulturell als auch in Bezug auf sein Verbreitungsgebiet hat der Cordyceps sinensis in Tibet und der traditionellen tibetischen Medizin. Seine erste Erwähnung in der tibetischen Literatur könnte der Pilz unter dem Namen „Ta Tschi“ (da gyid) bereits im 8. oder 11. Jahrhundert gefunden haben, diese Interpretation ist aber nicht unumstritten. Eindeutig ist die Erwähnung des Yartsa Gunbu im 15. Jahrhundert durch Surkhar Nyamnyi Dorje, der Yartsa Gunbu als großartiges Aphrodisiakum preist; sein Traktat fängt an mit den Worten: „Von allen wunderbaren irdischen Freuden ist die Liebeslust die Essenz aller Sinnesfreuden.“ Tibetische Sammler machen im Interview allerdings deutlich, dass sie den Pilz nicht für ihre Potenz bräuchten. Cordyceps wird aber auch für eine Vielzahl anderer medizinischer Zwecke in der tibetischen und in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet, wo es zum ersten Mal 1694 von dem chinesischen Arzt Wang Ang beschrieben wird und als Dongchong Xiacao oder kurz als Chongcao bekannt ist. Generell wird es als ein Tonikum eingesetzt, das Lebenskraft spendet, Rekonvaleszenz beschleunigt und dem Alterungsprozess entgegenwirkt. Zudem wird es gegen Leber-, Nieren- und Lungenleiden verschrieben. SARS trieb den Cordyceps-Preis beträchtlich in die Höhe. Im Westen wird es besonders zur Erhöhung der körperlichen Leistungsfähigkeit und als Mittel zur Stärkung des Immunsystems verwendet, was speziell zur Behandlung von Aids vielversprechend zu sein scheint. Etliche Tests untersuchen seine krebs- und tumorhemmende Wirkung. Es gibt zahllose chinesische Studien, aber nur eine begrenzte Anzahl von westlichen Doppelblindstudien.

Seit Jahrhunderten sammeln Tibeter Pilze als Nahrungsmittel aber auch aus medizinischen Gründen. Weltweit hat die Nachfrage nach dem Cordyceps aus Tibet enorm zugenommen und ist damit natürlich für die Tibeter ein wichtiges Exportprodukt geworden.

Für die beste Güteklasse bezahlen Chinesen in Shanghai auch schon mal bis zu 240.000¥, dies entspricht ca. 24.000,- € pro Kilogamm! Im alten Tibet wurde der Cordyceps nicht selten auch als Zahlungsmittel verwendet.
Jedes Frühjahr, mit Beginn der Raupenpilzsammelperiode, ziehen viele Tibeter auf die Hochweiden um dort den begehrten Pilz zu sammeln. In dieser Zeit ist es nicht ungewöhnlich, dass Geschäfte schließen und der Unterricht an Schulen eingestellt wird, da viele Tibeter in dieser Zeit ein ganzes Jahreseinkommen dazuverdienen können.

Erst mit den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, bei welchen chinesische Sportlerinnen im Schwimmen mehrfache Weltrekorde brachen und Ihre Erfolge zum Teil dem Cordyceps sinensis zuschrieben, welchen Sie als Kräuter-Nahrungsergänzung zu sich nahmen, erlangte dieser auch in der westlichen Welt große Bekanntheit.

Systematische Einordnung:

Der Tibetische Raupenkeulenpilz wird im Reich der Pilze (Fungi) der Abteilung der Schlauchpilze (Ascomyceten) zugeordnet. Dabei gehört er – wie das Mutterkorn – in die Familie der Clavicipitaceae, deren Pilze alle parasitisch leben. Das heißt, die Entwicklung des Tibetischen Raupenkeulenpilzes ist von dem Vorhandensein seines Wirtes abhängig, er tritt als Art nicht ohne diesen auf.
Wirtstiere des Tibetischen Raupenkeulenpilzes sind die zur Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) und der Familie Hepialidae gehörenden Wurzelbohrer der Gattungen Thitarodes und Hepialus. Umgangssprachlich wird der Tibetische Raupenkeulenpilz einfach als Cordyceps bezeichnet.

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Merkmale:

Der Wirt – Wurzelbohrer:

Wurzelbohrer können als Falter keine Nahrung aufnehmen, weshalb sie nur wenig Zeit haben, sich fortzupflanzen. Die Weibchen können zwischen 20.000 und 30.000 Eier ablegen. Die meist nur unterirdisch lebenden Raupen ernähren sich hauptsächlich von verschiedenen Pflanzenwurzeln und kommen nur nachts an die Oberfläche, um überirdische Pflanzenteile zu fressen. Gewöhnlich befällt der Tibetische Raupenkeulenpilz die Art Hepialus armoricanus (Fledermausmotte).

Der Parasit – Tibetischer Raupenkeulenpilz:

Der Pilz hat einen einzigartigen Lebenszyklus. Er befällt die wurzelbohrenden Larven von Motten der in Tibet endemischen Gattung Thitarodes, Verwandte des Hopfenspinners (Hepialus humuli). Nach Befall der Larve ernährt sich der Pilz vom Gewebe dieser Raupe. Im Herbst, kurz bevor der Pilz die Raupe schließlich umbringt, dirigiert der Pilz die Raupe in seine letzte Ruhestätte, ein paar Zentimeter unter die Erdoberfläche. Nicht befallene Raupen graben sich 20-50cm tief in den Boden ein, um den frostigen tibetischen Winter zu überstehen. Im Frühjahr ist von der Raupe nur noch das Exoskeleton vorhanden, alle inneren Organe und Gewebe sind von Hyphen, den feinen Fäden des Pilzmyzeliums, ersetzt worden. Aus dem Kopf der Raupe wächst schließlich der 5-15cm lange, sporenproduzierende Fruchtkörper des Pilzes, der an eine lang gestreckte Keule erinnert. Der dunkelbraune Pilz ragt aus dem Erdreich und ist nur für geübte und scharfe Augen auffindbar.

Geografische Verbreitung:

Der tibetische Raupenkeulenpilz ist über das gesamte tibetische Hochland verbreitet und kommt ausschließlich in Höhen von 3000 bis 5000 Metern über dem Meeresspiegel in weiten Gebiete von Tibet, im zentralen und östlichen Himalaja in Nepal, Bhutan sowie Regionen in Indiens Provinzen Uttarakhant, Sikkim, Himanchal und Arunachal Pradesh vor. Auch in Teilen von Sichuan, Gansu und Yunnan in China ist der Cordyceps anzutreffen.

Lebensraum:

Lebensraum:Der Lebensraum des Tibetischen Raupenkeulenpilzes befindet sich in einer der beeindruckendsten Naturlandschaften der Erde auf alpinen Wiesen und Weiden in Höhenlagen auf denen, vorrangig Sauergräser wachsen.
Die Wurzeln dieser Gräser sind eine der Hauptnahrung der Wurzelbohrerlarven, dem Wirtstier des Tibetischen Raupenkeulenpilzes. Im Frühjahr wächst der Vitalpilz unterirdisch aus dem Kopf der Raupe der Mottengattung Thitarodes, eine Gattung der Wurzelbohrer. Die gestielten, keulenförmigen, frisch 5-15 cm hohen braunen Fruchtkörper wachen im Frühjahr zur Erdoberfläche. Der Pilz existiert ausschließlich an Stellen mit einem durchschnittlichen jährlichen Niederschlag von mindestens 350 bis 400 Millimeter und bevorzugt neutrale bis leicht saure Bodenstandorte mit einem pH-Wert von 7 bis 7.5.

Anwendungsgebiete:

Ursprünglich führten die Yaks zur Entdeckung des Tibetischen Raupenkeulenpilzes. Die Tiere bevorzugten den Pilz zur Paarungszeit und man beobachtete, wie sie anschließend ausgelassen und übermütig herumzutollen begannen.

Auch heute noch wird der Tibetische Raupenkeulenpilz besonders in der traditionellen asiatischen Medizin als Arznei eingesetzt. Gesammelt wird dazu der gesamte Pilz (mumifizierte Raupe und Fruchtkörper). Cordyceps werden Wirkungen unter anderem gegen Asthma, Allergien (Reizungen der Nasenschleimhaut), chronischer Bronchitis, Husten, Atemwegserkrankungen und – schwäche zugeschrieben. Er wird weiterhin verwendet, um das Immunsystem zu stärken, Blutfettwerte zu senken und um bei verminderter Nieren-und Lungenfunktion, unregelmäßiger Menstruation sowie Sexualstörungen (Potenzstörungen) zu helfen. Er soll ein gutes Grippemittel sein, den Blutdruck regulieren (sowohl steigern als auch senken) und allgemein gegen Schwäche helfen. Weiter schreibt man ihm eine altershemmende (Anti-Aging) Wirkung zu.

Cordyceps wird oftmals mit der Nahrung verabreicht:
als Füllung von Huhn, Ente oder Schweinefleisch, in Suppen und anderen Speisen. Die empfohlene Tagesdosis beträgt drei bis neun Gramm des Pilzes. In Nepal wird der Tibetische Raupenkeulenpilz teilweise gemahlen und mit anderen Zutaten wie Milch, Reis und Fleisch, in medizinischen Suppen oder auch oft in Verbindung mit Vitamin C reichen Zutaten verzehrt.

Bedrohung:

Fehlende Informationen über die Bestände des Tibetischen Raupenkeulenpilzes erschweren seine Aufnahme in die internationalen Roten Listen. Inzwischen wurde er aber in die Rote Liste (Klasse II) geschützter Arten Chinas aufgenommen.

Neben einer erhöhten Nachfrage zur medizinischen Verwendung ist dies darauf zurückzuführen, dass der Pilz inzwischen in einheimischen, gehobenen Kreisen großen Wert erlangt hat.

Mit den steigenden Preisen, stiegen auch die Erntemengen von Cordyceps in Nepal und anderen Himalaja-Regionen extrem an. Jedes Jahr werden zum Beispiel hunderttausende Exemplare im tibetischen Hochland gesammelt. Die lokalen Sammler erhalten allerdings weniger als 15 Prozent des chinesischen Marktpreises.

So wie der Tibetische Raupenkeulenpilz werden weltweit ca. 50.000 bis 70.000 Pflanzen- und Pilzarten
für medizinische bzw. aromatische Zwecke in freier Wildbahn gesammelt.

Quellen- & Link- Verzeichnis:

  1. WWF